Der Preis „Europa über die Grenzen hinweg gestalten“ wurde an den EVTZ Euregio ohne Grenzen für die Vereinbarung im Bereich Zivilschutz zwischen Friaul-Julisch Venetien, Venetien und Kärnten verliehen.
Bruxelles, 10 Juni 2026 - Der EVTZ Euregio ohne Grenzen hat den Preis „Building Europe across Borders“ 2026 („Europa über die Grenzen hinweg gestalten“) für das am 11. April 2025 unterzeichnete grenzüberschreitende Kooperationsabkommen im Bereich Zivilschutz erhalten.
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Die Vereinbarung stellt eine Weiterentwicklung des 2014 zwischen Friaul-Julisch Venetien, Venetien und Kärnten geschlossenen Abkommens dar und hat es ermöglicht, Probleme im Zusammenhang mit dem Management von Notfällen und Anrufen an die einheitliche europäische Notrufnummer (NUE) 112 in Grenzgebieten zu überwinden. Vor ihrer Umsetzung konnte das Phänomen des „unbeabsichtigten Roamings“ dazu führen, dass Notrufe in das Nachbarland statt an das zuständige Einsatzleitsystem weitergeleitet wurden, was zu Verzögerungen bei der Alarmierung der Rettungskräfte führte.
Dank der Koordination des EVTZ Euregio ohne Grenzen konnte ein innovatives System zur direkten und automatisierten Weiterleitung von Anrufen zwischen der NUE-112-Leitstelle in Friaul-Julisch Venetien und den Leitstellen in Kärnten entwickelt werden. Allein im ersten Jahr des Betriebs ermöglichte das System die korrekte Bearbeitung von 75 Notrufen, auch dank eines 24 Stunden am Tag in 17 Sprachen verfügbaren Dolmetschdienstes, der die Zugänglichkeit zusätzlich erhöht.
Das Abkommen sieht außerdem die Verbindung der Einsatzleitstellen der beteiligten Gebiete, den sofortigen Informationsaustausch im Notfall, gemeinsame Ausbildungs- und Übungsprogramme, die gemeinsame Nutzung von Daten und Warnmeldungen sowie Verfahren der gegenseitigen Unterstützung zwischen den Zivilschutzsystemen vor.
Die Initiative stellt einen entscheidenden Schritt hin zur grenzüberschreitenden Integration von Notfallsystemen dar und ist das erste operative Modell dieser Art in Europa. Gleichzeitig festigt sie eine stabile und strukturierte Zusammenarbeit zwischen den drei Regionen.
Der Preis wurde vom Europäischen Ausschuss der Regionen im Rahmen der Jahressitzung der European Cross-Border Platform (Europäische grenzüberschreitende Plattform) verliehen, ein Termin mit besonderer Symbolkraft im zwanzigsten Jahr der Gründung der Europäischen Verbünde für territoriale Zusammenarbeit (EVTZ). Die Auszeichnung wurde ins Leben gerufen, um bewährte Praktiken und erzielte Ergebnisse der EVTZ zu würdigen und ihren Mehrwert sowie ihre strategische Rolle als Instrument der europäischen Integration hervorzuheben.
Unter den dreizehn eingereichten Bewerbungen wählte die Jury das Projekt des EVTZ Euregio ohne Grenzen als konkretes Beispiel europäischer Zusammenarbeit in einem essenziellen Dienst für die Sicherheit der Bürger aus und erkannte dessen innovativen Charakter sowie das Potenzial zur Übertragbarkeit auf andere grenzüberschreitende europäische Kontexte an.